Krankenkassen & Osteopathie
Übernimmt meine gesetzliche Krankenkasse (anteilig) die Kosten für Osteopathie?
Die meisten gesetzlichen Krankenversicherungen bezuschussen Osteopathie, entweder regulär oder im Rahmen eines Bonusprogramms. Voraussetzung ist, dass die Osteopathin eine 4-6 jährige Berufsausbildung oder ein Studium absolviert hat. Die Höhe des Zuschusses variiert von Kasse zu Kasse – eine stets aktuelle Übersicht gibt es hier.
Meine gesetzliche Krankenkasse bezuschusst Osteopathie – wie gehe ich vor, um die Erstattung zu erhalten?
Da sich das Vorgehen je nach Versicherung leicht unterscheidet, erkundigen Sie sich am besten im Vorhinein bei der Ihrigen. Meist möchten gesetzliche Kassen drei Dinge:
- Ein Privatrezept (“Überweisung”) eines Schulmediziners (Orthopädin, Neurologe, Kinderarzt, Frauenärztin …). I.d.R. soll es VOR der ersten Therapiesitzung ausgestellt sein. Nicht alle Kassen fordern das; bei Anrechnung über ein Bonusprogramm wird es meist ebenfalls nicht benötigt.
- Einen Nachweis über die Qualifikation der Osteopathin, zum Beispiel in Form der Mitgliedschaft in einem Berufsverband (Mitgliedsnummer steht auf Rechnung oder Stempel), der nur entsprechend qualifizierte Therapeutinnen mit umfassender, langjähriger Ausbildung aufnimmt.
- Die Rechnung als Nachweis für die stattgefundene(n) Sitzung(en).
Die Unterlagen reichen Sie im Nachhinein bei der Versicherung ein – meist ganz einfach durch Upload im Onlineportal der Versicherung – und die Kasse überweist die Erstattung auf Ihr Konto.
Übernimmt meine private Krankenkasse / Zusatzversicherung (anteilig) die Kosten für Osteopathie?
Dies hängt vom individuellen Vertrag ab, der mit der Versicherung geschlossen wurde, und kann dort nachgelesen werden. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten:
- Es wird explizit „Osteopathie“ übernommen.
- Es werden „Heilpraktikerleistungen“ übernommen (laut Gesetz müssen Osteopath:innen bis auf einzelne Sonderfälle Heilpraktiker:innen sein).
Meine private Krankenkasse / Zusatzversicherung übernimmt (anteilig) die Kosten der Behandlung – worauf ist zu achten?
Wird die Osteopathie im Rahmen der „Heilpraktikerleistungen“ übernommen, müssen Sie Ihrer Osteopathin mitteilen, dass Sie die Rechnung gemäß der Gebührenordnung für Heilpraktiker (GebüH) benötigen.
Das klingt alles so kompliziert mit den Krankenkassen!
So kompliziert ist es gar nicht. Wir sprechen es einfach gemeinsam durch, wenn Sie vor Ort sind. Sie können mir auch im Vorhinein eine Mail schreiben, falls Sie unsicher sind, ob Ihnen die Behandlung finanziell möglich ist:
sarah (punkt) martin (at) osteopathie (punkt) de.
zur Osteopathie
Wie funktioniert Osteopathie?
Jede Körperstruktur (Organ, Gelenk, Muskel, Gewebe) muss mit Nerven und Gefäßen ver- und entsorgt werden, um funktionieren zu können. Die Osteopathie sieht ihre Aufgabe darin, dafür zu sorgen, dass diese Wege des Stoff- und Informationsflusses frei sind. Das regelrechte, beschwerdefreie “Funktionieren” tut der Körper dann aus sich selbst heraus, wenn die Umgebung alles Benötigte bereitstellt.
Osteopathie sucht nach Ursachen, statt Symptome zu bekämpfen. Richtig?
Jein.
Beginnend im Mutterleib hinterlässt das Leben Spuren: Stürze, Krankheiten, psychisch traumatische Ereignisse, Operationen, Vergiftungen, außerdem Angewohnheiten wie Rauchen, unzureichende Vitaminzufuhr oder mangelnde Bewegung. Spuren sind meist Bereiche von Trägheit und erhöhter Dichte: weniger Elastizität, verminderte Beweglichkeit und damit eingeschränkte Anpassungsfähigkeit an äußere Umstände. Alle Spuren existieren gleichzeitig und beeinflussen sich wechselseitig. Deshalb gibt es nie eine isolierte Ursache und auch nicht viele Ursachen – sondern ein Zusammenspiel aller Einflüsse im jeweiligen Moment.
Ziel der Osteopathie ist mehr Beweglichkeit und Elastizität in diesem gesamten System. Dabei kommt sie zwar auf einzelne Spuren – ‘Ursachen’ – zurück, hat aber immer die ganze Person mit ihrem Netz von Spuren im Blick: Wenn ein einzelner träger Bereich elastischer = anpassungsfähiger wird, verändert sich die Spannung im gesamten System. Das ist der Grund, warum Osteopathie auch “ganzheitlich” genannt wird.
Ist die Wirksamkeit von Osteopathie wissenschaftlich erwiesen?
Durch die Akademisierung der Osteopathie in Deutschland in den 2010er Jahren hat die osteopathische Forschung auch hierzulande deutlich zugenommen. Weltweit gibt es mehrere Datenbanken mit Studien und Metaanalysen zu einzelnen Themenbereichen.
In der Tat ist die Wirksamkeit der Osteopathie weniger gut erforscht und belegt als viele herkömmliche Therapien der Schulmedizin. Das hat damit zu tun, dass der Nachweis bei der Osteopathie viel komplexer ist:
- Jede Behandlung ist individuell und es wird nicht das Symptom, sondern das (zu Symptomen führende) individuelle Körpermuster behandelt. Dadurch fehlt die Vergleichbarkeit (anders als z.B. bei Pharmaka, chirurgischen Eingriffen oder Techniken der kognitiven Verhaltenstherapie), die ein zentraler Aspekt von qualitativ hochwertiger, aussagekräftiger Forschung ist.
- Es ist viel aufwendiger, hohe Stichproben zu erreichen, da pro Proband:in mehrere Stunden individueller Behandlung benötigt werden. Große Stichproben sind essentiell für aussagekräftige und belastbare Forschungsergebnisse.
- Die aufwendige Durchführung (s.o.) ist mit hohen Kosten verbunden. Da hinter der Osteopathie (bisher) kein größeres (etwa durch Industrie vertretenes) wirtschaftliches Interesse und Kapital stehen, ist die Finanzierung von Studien eine große Herausforderung.
Wo finde ich wissenschaftliche Studien zu Osteopathie?
OSTLIB: unabhängige deutsche Datenbank für osteopathische Studien und Fachartikel
Osteopathic Research Web: Übersicht europäischer Studien
weitere Infos zu osteopathischer Forschung auf den Seiten des VOD e.V.
Wie viele osteopathische Behandlungen sind nötig?
Das hängt von vielen Faktoren ab, wie Dauer der konkreten Beschwerde, allgemeine Resilienz, Begleiterkrankungen, Alter, Lebensumstände. Eine Orientierung ist:
- Bei akuten, erstmalig auftretenden Beschwerden sollte spätestens nach 3 Sitzungen und
- bei chronischen oder wiederholt auftretenden Beschwerden nach 6 Sitzungen für den/die Patient:in eine Veränderung spürbar sein.
postoperative Narbentherapie nach dem Liedler-Konzept
Meine Narbe ist 20 Jahre alt, kann sich da noch etwas verändern?
Jede Narbe, egal wie alt, kann behandelt und ihre Spannungen vermindert werden. Ich erlebe jede Woche, wie Narben- und Adhäsionsgewebe reduziert und besser in den Körper integriert wird. Diese Veränderungen sind für die Patient:innen klar spürbar.
Was ist das Besondere am Liedler-Konzept?
- Im Liedler-Konzept arbeiten wir mit Zug statt mit Druck. Dadurch erreichen wir alle Körperschichten bis in die Tiefe mit großer, für die Patient:innen wahrnehmbarer Präzision. Besonders nach chirurgischen Eingriffen im Bauchbereich ist dies äußerst effektiv und wichtig; aber ebenso bei Hals, Brustkorb oder Gelenken.
- Im Liedler-Konzept arbeiten wir mit großen Bewegungen des ganzen Körpers, die die Patient:innen aktiv durchführen. Auf diese Weise wird die Narbe/Verklebung über lange Hebel äußerst detailliert (!) mobilisiert sowie eine Neuorganisierung der Gewebe entlang der realen Bewegungsumstände (!) in Gang gebracht.
- Liedler-Therapeut:innen wissen um die psychische Ebene, die in Narben liegen kann. Das “Mapping” des eigenen Körpers in der Behandlung und auch den Eigenübungen ermöglicht die Integration und Wieder-Aneignung eventuell fremd gewordener und vermiedener Bereiche.
Wird die Narbentherapie von der (gesetzlichen) Krankenkasse übernommen?
Die Narbentherapie kann von unterschiedlichen medizinischen Professionen ausgeführt werden – wie zum Beispiel der Osteopathie. Für die Abrechnung mit den Krankenversicherungen gilt also, was für die Osteopathie gilt.
(KRaniale) Biodynamik und Reiki
Biodynamic Cranial Approach und Reiki – ist das nicht esoterisch?
Manuelle Herangehensweisen und Techniken können unterschiedlich klassifiziert werden, zum Beispiel “spezifisch vs. global”, wobei dazwischen ein Kontinuum mit unendlich vielen Abstufungen ist. Insofern sind kraniale Biodynamik und Reiki ein Teil der Osteopathie bzw. der Tradition manueller Therapien. Sie sind angesiedelt am globalen Ende des Kontinuums.
Was ist der Unterschied zwischen spezifischen osteopathischen Techniken und (Kranialer) Biodynamik oder Reiki?
Es gibt ein Kontinuum von “spezifischen vs. globalen” Herangehensweisen:
- Chiropraktische Eingriffe zur Deblockierung der Wirbelsäule sind am spezifischen Ende angesiedelt: Sie adressieren eine bestimmte Gewebeebene (osteo-artikulär) äußerst lokal (Facettengelenk) in in eine klar definierte Richtung (entgegen der Blockierung) für sehr kurze Zeit (Sekundenbruchteile).
- Die rhythmischen Mobilisierungen der GOT-Technik (“General Osteopathic Treatment”) sind viel globaler: Sie adressieren viele Gewebe zugleich (Organe, Faszien, Muskeln, Nerven, Gefäße, Gelenke) eines großen Bereichs (das komplette Volumen des Körperinnenraums z.B. des Beines) in viele Richtungen (rhythmische, variierende Kreise oder Schüttelungen) über längere Zeit (minutenlang).
- (Kraniale) Biodynamik und Reiki sind zwei Herangehensweisen, die am “globalen” Ende des Kontinuums liegen. Sie machen den Rahmen für Gewebeebene, Input und Dauer ganz weit. Sie bergen geringere Risiken und können zugleich sehr effektiv sein, weil der Körper nicht auf ein spezifisches mögliches Outcome begrenzt wird. Manchmal benötigt ein Gewebe aber eine konkrete Unterstützung und Richtung, um sich zu verändern.
Weitere Fragen
Sollten weitere Fragen aufkommen, kontaktieren Sie mich gern über das Kontaktformular meines Profils beim Verband der Osteopathen Deutschland e.V. und ich melde mich zeitnah zurück.
||Diese Website wird vollständig regenerativ sowie Klima- und CO2-neutral in Deutschland gehostet von manitu.||